ACT

ACT (gesprochen wie das englische ‚act‘) steht im therapeutischen Umfeld für Akzeptanz- und Commitment-Therapie. Im nicht-therapeutischen Kontext (z.B. in der Industrie) wird es mit Achtsamkeits- und Commitment-Training ‚übersetzt‘. In beiden Fällen ist die Aussprache ‚act‘ wichtig. Sie beschreibt, wofür ACT letztendlich steht: für bewusste ACTion – für entschlossenes, engagiertes Handeln, das sich an den eigenen Werte orientiert.

Hierfür will ACT in erster Linie die psychische Flexibilität (innere Freiheit) erhöhen.

Praktisch bedeutet das: ACT will Menschen befähigen und unterstützen, im vollen Kontakt mit dem, was gerade in ihnen lebendig ist, wie auch mit dem, was außen passiert, ihr Verhalten so zu steuern (es also zu ändern oder auch beizubehalten), dass es sie bestmöglich in Richtung der selbst gewählten Werte (Leitstern) wie auch der eigenen Ziele (Meilensteine unterwegs) voran bringt.

 

Im Folgenden finden Sie eine Sammlung von Gedanken und Aussagen zu ACT & Co. die Schritt für Schritt ergänzt, überarbeitet und ‚verdichtet‘ wird … mit anderen Worten: Diese Seite wächst … entwickelt sich … und reift, mit der Zeit.

Eine Sammlung zu ACT & Co.

  • ACT ist ein neuerer therapeutischer Ansatz. Er regt dazu an, ‚unangenehme innere Erfahrungen‘ zu akzeptieren, statt sie zu ‚bekämpfen‘, und gleichzeitig im Sinne dessen aktiv zu werden, was mensch von Herzen wichtig ist. ACT will damit menschliches Wohlergehen fördern und dazu beitragen, dass mehr Menschen ihr Leben als bedeutsam erleben.
  • Die Akzeptanz- und Commitmenttherapie stellt eine Weiterentwicklung der kognitiven Verhaltenstherapie dar und beruht auf der Relational-Frame-Theory, einer Theorie über Wesen und Funktionsweise von Sprache und Denken.
  • Wird seit den 1990er Jahren von den amerikanischen Psychologen Steven C. Hayes, Kirk Strosahl und Kelly Wilson und vielen anderen ständig weiter entwickelt.
  • Wird zur sogenannten „3. Welle“ der Verhaltenstherapie gerechnet, deren Ansätze über das reine Konditionierungslernen hinausgehen und die jetzt auch komplexe Phänomene menschlichen Verhaltens/Bewusstseins, wie z.B. Achtsamkeit, individuelle Werte-Systeme, Mitgefühl und bis hin zu transpersonaler Spiritualität berücksichtigen.
  • ACT zielt in erster Linie darauf, die psychische Flexibilität (innere Freiheit) zu erhöhen.
  • Das bedeutet, ACT will Menschen befähigen und unterstützen, im vollen Kontakt mit dem, was gerade in ihnen lebendig ist, wie auch mit dem, was außen passiert, ihr Verhalten so steuern (es also zu ändern oder auch beizubehalten), wie es die selbst gewählten werteorientierten Ziele in der jeweiligen Situation erfordern.
  • Innere Freiheit/psychische Flexibilität ist dabei für ACT kein Selbstzweck. Sie ist wichtig, wenn mensch (wieder) ein selbstbestimmtes und erfülltes Leben auch unter ständig wechselnden und zum Teil widrigen inneren und äußeren Bedingungen leben will.
  • Hierfür werden zunächst grundlegende Werte und existenzielle Lebensziele erarbeitet, die dann entschlossenes und engagiertes Handeln ermöglichen und fördern und dieses z.B. auch an Stelle von bisherigem Sucht- bzw. emotionalem Meideverhalten.
  • Selbstbestimmt, innerlich frei und erfüllt leben wird gefördert durch:
    – Achtsam mit dem in Kontakt sein, was jetzt passiert (Gegenwärtigkeit)
    – Wählen, was wichtig ist im Leben (Werte)
    – Engagiert handeln (Commitment)
    – Fühlbereitschaft entwickeln (Akzeptanz)
    – Sprache und Denken unterscheiden von erlebbarer Realität (Defusion)
    – Sich im Beobachter-Selbst stabil erleben (Selbst als Kontext)
  • Anders als in der ‚klassischen‘ kognitiven Verhaltenstherapie arbeitet ACT nicht an Inhalten von schwierigen (dysfunktionalen) Gedanken (z.B. „negative“ durch „positive“ oder „irrationale“ durch „rationale“ Gedanken zu ersetzen), sondern macht die Funktion bewusst (wie wirken die Gedanken).
  • So eröffnet ACT die Wahlfreiheit, seine eigenen Gedanken mit etwas Abstand (gleichmütig, achtsam, …) zu betrachten und statt mit ihnen zu „verschmelzen“ oder sie zu „glauben“ und dann quasi „zwangsläufig“ sein Verhalten an ihnen auszurichten, zu wählen, was wichtig ist.
Denken und Leben – Die Rolle des Verstandes aus der Sicht der Akzeptanz- und Commitmenttherapie

  • Im ACT werden ganz unterschiedliche Techniken eingesetzt (Verhaltenstherapie, Achtsamkeits- und Mitgefühls-Training, Hypnotherapie, …)
  • „Menschen leiden. Sie erleben nicht nur Schmerz – Leiden ist mehr“ schreibt Steven Hayes, der führende Begründer von ACT. Er will damit ausdrücken, dass Menschen emotionalen Schmerz nicht nur einfach erleben. Sie kämpfen mit ihrem Erleben und tun oft alles Mögliche, um komplizierte Gefühle, quälende Gedanken, belastende Erinnerungen, beängstigende körperliche Empfindungen zu kontrollieren und möglichst zu beseitigen. Die langfristigen Kosten dieser emotionalen Vermeidungsprozesse – maßgeblich durch sprachlich-kognitive Lernprozesse beeinflusst – tragen wesentlich dazu bei, normalen Schmerz, der zum menschlichen Leben dazu gehört, in Leiden zu verwandeln.
  • Das grundlegende Ziel der ACT ist es, Menschen zu helfen, Vermeidungsziele aufzugeben und ihren unproduktiven Kampf mit dem eigenen Erleben zu beenden. Stattdessen können sie lernen, ihre Energien auf das Ausleben eines von persönlichen Werten geleiteten Lebens zu richten und auf Annährungsziele zuzugehen. ACT geht davon aus, dass Symptomfreiheit weder eine Voraussetzung noch eine Garantie für ein solches Leben ist.
  • Die Akzeptanz- und Commitment-Therapie ist ein kognitiv-verhaltenstherapeutischer Ansatz, der darauf abzielt, Menschen beizubringen, emotionalen Problemen mit Achtsamkeit und Mitgefühl zu begegnen und gleichzeitig in ihrem Leben das zu verfolgen, was ihnen wirklich am Herzen liegt.
  • Im Kern will ACT helfen, drei Dinge zu tun: • sich selbst und andere mit Fürsorglichkeit akzeptieren, • eine für sie selbst wertvolle (Neu-)Orientierung für das eigene Leben wählen und • Handlungen ausführen, die sie auf den Weg in diese Richtung führen.
  • Statt mit dabei auftretenden unerwünschten Gedanken und Gefühlen zu kämpfen, lernen Menschen, diese Gedanken und Gefühle zuzulassen und sie auf eine neue Weise als zu erlebende Erfahrungen anzuerkennen und zu akzeptieren.
  • Im Prinzip verfolgt die ACT zwei Hauptziele:
    1. Lernen unerwünschte Gedanken und Gefühle, deren Auftreten oder Verschwinden zumeist nur schwer kontrollierbar sind, einfach kommen und gehen zu lassen (akzeptieren)
    2. eine Neuorientierung und engagiertes Handeln zu bewirken, um ein wertegeleitetes Leben zu leben.
    In diesem Sinn geht es bei der ACT gleichzeitig um das Lernen von Akzeptanz und Veränderung.
Die ACT-Lebensphilosophie

— Stoff-Sammlung —

Eine Beschreibung von ACT auf www.goodtherapy.org

ACT is a method of psychotherapy that attempts to increase emotional openness and mindful, non-judgmental awareness of thoughts; to increase flexible attention to the now and contact with a perspective-taking sense of self; and to foster values choices and building patterns of values-based living. Together these six processes are termed “psychological flexibility” and are the central target of ACT. (Steven Hayes in Psychology Today, 2015)

Übersetzung: ACT ist eine psychotherapeutische Methode, die  folgende Prozesse zu fördern versucht: emotionale Offenheit und ein achtsames, nicht wertendes Wahrnehmen von Gedanken; eine flexible Aufmerksamkeit auf das gegenwärtige Erleben und ein Selbsterleben im Sinne des Hierseins; das Wählen von eigenen Werten und das Entwickeln von Mustern wertegeleiteten Lebens. Zusammen werden diese 6 Prozesse “Psychologische Flexibilität” genannt, was dem Hauptziel von ACT entspricht.

—Stoff-Sammlung—

How does ACT differ from MBCT and MBSR (1).docx

—Stoff-Sammlung—

Acceptance and commitment therapy or training (ACT, pronounced as the word “act”) is about doing what works to get where you want to go. It’s about choosing your direction and becoming increasingly able to move toward it through your actions, even in the presence of obstacles. Choosing a direction or directions involves identifying who or what is important to you. In ACT, having the ability to choose to do what works in order to move toward who or what is important to you, even in the presence of obstacles, is known as psychological flexibility.

—Stoff-Sammlung—

Lots of people on this list have been where you are and have been helped by ACT. And if you use ACT the way it is intended to be used it will help you as well.

The Happiness Trap is what I call ACT 101 – very simple and straightforward. It’s all you need to get started using ACT. The Confidence Gap uses  the ACT processes.
 
The Happiness Trap, chapter 3, explains the six core processes of ACT.
The first two, DEFUSION and EXPANSION, are the LET GO processes. Use them to be willing to have your stuff rather than struggle with it and to DEFUSE from your unhelpful thoughts.
The next two, CONNECTION and THE OBSERVING SELF, are the SHOW UP processes, the ones that help you notice what is going on in your thinking self and stay in contact with the present. These first four processes are referred to as MINDFULNESS processes. It is common for people to use the term mindfulness as the same as meditation. In ACT, mindfulness is different.
The last two processes, VALUES and COMMITTED ACTION, are the GET GOING processes. Since ACT is designed to help us live a valued life it is extremely important to have a clear picture of your values and deliberately take committed action towards them. Caution, ACT uses the word VALUES very precisely to define whats really important to us — how we want to live our life. Be sure to study the VALUES section of any ACT book very carefully. VALUES define the direction you want to take in your life. COMMITTED ACTIONS are the completed steps that take you there.

Here are some common traps with using ACT.

1. Overthinking the concepts. ACT is more about doing the exercises than trying to understand them. Five minutes of ACT exercises will help more than five hours of thinking about the exercises.
2. Expecting ACT to make you „feel better,“ especially by using the mindfulness processes to make „it“ go away. My anxiety never completely goes away. But it is much less if I diligently pursue a valued life using the mindfulness processes to keep me focused.
3. Giving up too soon. Learning ACT is like learning a new language or learning to play a musical instrument. There are no shortcuts. You must practice, practice, practice.
4. Being disappointed when you have a set back and then trying something else.
5. Concentrating on just one of the processes. ACT works best if you use all six together. If you decide to concentrate on just a couple be sure to concentrate on VALUES and COMMITTED ACTION
It sounds like you have already fallen into all four. No worries. That’s normal. Stick with it and stay with the basics.
I hope this helps.
—Stoff-Sammlung—

alltägliche Erfahrung – logische Analysen, rationale Erklärungen und Einsichten reichen selten aus , Entwicklungs Prozess und alltagsrelevante Verhaltensänderungen voranzubringen.

Warum das so ist, wird durch die Untersuchungen im Rahmen der Relational Frame Theorie (RFT) verständlich. Die RFT ist ein in den frühen 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts begonnenes verhaltensanalytisches Forschungsprogramm, das menschliche Sprache und Kognition untersucht.

es zeigt, wie Sprache und Kognition mit den unmittelbar gemachten Erfahrungen interagieren, sie überdecken und zu erheblichen Einschränkungen psychischer Flexibilität bis hin zu einer weitgehenden Erstarrung der persönlichen Entwicklung führen können.

Um diese Wirkungen von Sprache und Denken zu unterlaufen, wird in der ACT überwiegend mit Metaphern, natürlichen Paradoxien, erlebnisorientierten Techniken und einer intensiven therapeutischen Beziehungsgestaltung gearbeitet.

Sowohl ACT als klinischer Behandlungsansatz und auch außerklinisch einsetzbares Training als auch die RFT als Grundlagenforschung basieren auf dem philosophischen Standort des funktionalen Kontextualismus. Dabei handelt es sich um eine spezifische Variante des Pragmatismus, deren Ziel die Vorhersage und Beeinflussung von Ereignissen mit Präzision, Reichweite und Tiefe ist. Als umfassendes Programm von Forschung und Anwendung liegen ACT, RFT und funktionaler Kontextualismus nicht unverbunden und schichttortenartig aufeinander, sondern sie durchdringen sich wechselseitig und sind eng miteinander verwoben. Demnach ist ACT nicht nur eine Sammlung von Techniken sondern ein systematisch durchgearbeitetes Konzept, das sich mit neuen Befunden aus dem Forschungs- und Anwendungsbereich ebenso wie der fortlaufenden philosophischen Reflektion dynamisch weiter entwickelt.

Behandlungsprinzipien

Die therapeutische Arbeit umfasst in der ACT sechs Behandlungskomponenten, die sowohl als Kontexte der Behandlung (die Haltung des Therapeuten betreffend), als auch als Methoden (die der Therapeut anwendet) und als Fertigkeiten (die Patient und Therapeut lernen und einüben) aufgefasst werden können. Sie sind nicht als kategorial abtrennbare, eigenständige Prozesse zu verstehen sondern als Facetten eines ganzheitlichen Geschehens. Ihre Unterscheidung ist lediglich zu praktischen Zwecken nützlich und muss sich in zukünftigen Komponentenanalysen noch weiter bewähren. Als da sind: Bereitwilligkeit bzw. Akzeptanz, kognitive Defusion, Achtsamkeit, Selbst-als-Kontext, Werte und Engagement (Commitment).

Bereitwilligkeit bzw. Akzeptanz bedeuten, unangenehme und schmerzliche innere Erlebnisse anzunehmen und vom Kampf gegen sie abzulassen. Denn es ist oft dieser Kampf gegen die eigenen Gefühle, Gedanken und körperlichen Empfindungen, der dazu führt, das Menschen das eigene Leben und die Dinge, die ihnen eigentlich wichtig sind, aus den Augen verlieren. Und es ist auch dieser Kampf, der natürlichen Schmerz, Angst oder Traurigkeit in psychisches Leiden verwandelt.

Kognitive Defusion. Damit ist gemeint, die eigenen Gedanken nicht mehr so wörtlich bzw. ernst zu nehmen. Nach den Ergebnissen der RFT tendieren unsere Kognitionen dazu, sich in komplexen Netzwerken zu organisieren. In diesen gedanklichen Netzen können wir uns so verstricken, dass ihr Einfluss über den unserer direkt gemachten Erfahrungen weitgehend dominieren kann. Wir sprechen dann von kognitiver Fusion (kognitiver Verstrickung oder Verschmelzung). Ein allseits bekanntes Beispiel sind Vorurteile, die uns daran hindern können, eine Person so zu sehen, wie sie uns unmittelbar gegenüber tritt. Eine extreme Form kognitiver Fusion zeigt sich im psychotischen Wahn. Die Fertigkeit der kognitiven Defusion soll Patienten (und Therapeuten) wieder für das öffnen, was ihnen unmittelbar begegnet.

Achtsamkeit ist eine Fertigkeit, die dazu dient, die Welt wieder in einer direkteren Weise erfahren zu können und dadurch an Handlungsflexibilität zu gewinnen, um in größerem Einklang mit den eigenen Werthaltungen handeln zu können. Als nicht-bewertende (bzw. die ständigen eigenen Bewertungen registrierende) Selbstbeobachtung des eigenen Erlebens und Handelns (= Selbst-als-Prozess) liefert sie außerdem den Grundstock dafür, dass wir uns als Ort und Raum unseres Verhaltens und damit als GANZE Personen erleben können.

Das Selbst als Standort und Raum des Erlebens (Selbst-als-Kontext, Beobachter-Selbst). Eine besondere Klasse von Gedanken und Überzeugungen sind jene, die sich auf uns selbst beziehen, unser Selbstbild. Annahmen über uns selbst wie „Das kann ich nicht; das habe ich noch nie gekonnt“, „Da bin ich kein Typ für“, „So bin ich nun mal“ können ebenfalls zur Erstarrung unseres Verhaltens und der persönlichen Entwicklung beitragen. Dem begegnet ACT mit speziellen Techniken und Übungen, die es Patienten (und Therapeuten) ermöglichen, sich von solchen Selbstbildannahmen zu lösen, die die eigenen Verhaltens- und Entwicklungsmöglichkeiten einschränken und zwar, ohne sie verändern zu müssen. Anstatt uns mit auf uns selbst bezogenen kognitiven Inhalten zu identifizieren, können Patienten (und Therapeuten) lernen, sich von der Bindung an sie zu lösen.Gleichzeitig wird der achtsame Kontakt mit dem je eigenen Standort, dem Ich/Hier/Jetzt gefördert, von dem aus wir alles erleben und von dem aus wir unser Erleben immer wieder beobachten und damit die Perspektive wechseln können. Das dynamische Erleben dieses Standortes wird auch als Selbst-als-Kontext bezeichnet, d.h. als der Raum, in dem all unser Erleben Platz hat, wie absurd und ungewöhnlich es unserem rational-logischen und bewertenden Verstand auch immer erscheinen mag. Von diesem Standort aus ist es nicht mehr nötig, negative Selbstbildannahmen zu widerlegen oder positive verteidigen und beweisen zu müssen. Das eröffnet neuen Freiraum für die eigene Verhaltensentwicklung.

Werte können dieser Entwicklung Richtung geben. Unter Werten bzw. Richtungszielen verstehen wir in der ACT sprachliche Formulierungen, die etwas darüber aussagen, wie wir leben und wie wir die Rollen, die wir in unserem Leben wichtig nehmen möchten, ausfüllen wollen. Werte bzw. Richtungsziele kann man nie erreichen; sie sind vielmehr an einer gewählten Haltung orientierte Qualitäten zielgerichteten Handelns und werden fortlaufend von einem Augenblick zum nächsten verwirklicht. Eine Vielfalt von Übungen trägt in ACT der Gefahr Rechnung, Werte unter dem Einfluss von Erwartungen anderer (soziale Erwünschtheit), der Vermeidung von Gefühlen oder starrer Selbstbildannahmen zu formulieren.

Engagement (engagiertes Handeln, Commitment) ist eine Fertigkeit, in der es darum geht, die formulierten Werte im täglichen Handeln tatkräftig zu leben. Zu diesem Zweck werden immer umfassendere Muster wirkungsvollen Handelns auf der Grundlage der kontinuierlich formulierten Werte aufgebaut. Diese Handlungsmuster orientieren sich an konkreten, erreichbaren und wertebezogenen Zielen. Sie beziehen sich sowohl auf die zeitliche Perspektive (kurz-, mittel- und langfristige Ziele) als auch auf die Breite des Verhaltens (Generalisierung auf verschiedene situative Kontexte).

Anwendungsbereich und empirische Absicherung

Die Akzeptanz- und Commitment-Therapie orientiert sich nicht an syndromalen Diagnosen etwa der ICD-10 oder des DSM-IV. Vielmehr handelt es sich um ein transdiagnostisches Behandlungskonzept, das sich an funktionalen und nicht an formalen Aspekten des Verhaltens orientiert. Wie es einem aktuellen Trend der Psychotherapieforschung entspricht (z.B. Rosen & Davison, 2003), geht ACT bei Diagnose und Behandlung dementsprechend von empirisch validierten Verhaltensprinzipien und psychologischen Prozessen aus. Das macht ACT auch für den Einsatz in verschiedenen Feldern außerhalb des klinischen Anwendungsbereichs interessant.

Wenngleich die empirische Therapieforschung zu ACT noch in den Anfängen steckt, so wurden doch bereits eine Vielzahl von prozess- und ergebnisorientierten Therapiestudien mit guten Ergebnissen veröffentlicht. Bisher hat sich ACT unter anderem bei so unterschiedlichen Krankheitsbildern und Problemen wie, Depressionen, Angststörungen, Zwangserkrankungen, chronischen Schmerzen, psychotischen Erkrankungen, Suchterkrankungen, Raucherentwöhnung, Trichotillomanie, Epilepsie, Diabetes, Stigma und Burn out sowie Problemen am Arbeitsplatz als wirksam erwiesen.