ich-ver-Antwort-lich

ich-ver-Antwort-lich = Im ständigen Fluss der Impulse, in mir und außerhalb von mir … halte ich inne … und mache eine (kleine) Pause. Hier wähle ich, welches „Wofür?“ (Bedürfnis, Wert, Yearning) ich jetzt wichtig machen will … und setze eine dazu passende Antwort (re-ACTion) sprechend und handelnd um.

Mit der kreativen Schreibweise dieser Wortneuschöpfung will ich (Martin Bonensteffen) auf die einzigartig menschliche Fähigkeit hinweisen, die im Englischen manchmal response-ability genannt wird, … also auf die Fähigkeit, die eigene ‚Antwort‘ auf eine ‚Situation‘ zu wählen:

Im ständigen Fluss der Impulse … in mir und außerhalb von mir …
kann ich innehalten, eine Pause machen und meine Antwort wählen.
In dieser Wahl bin ich frei.
Sie ist Ausdruck meiner Lebendigkeit, …
und 
in ihrer Umsetzung liegt mein Wachstum und meine Entwicklung.
Mit ihr bin ich eingebunden in die Gemeinschaft der Menschen
.

Diese etwas ‚poetische‘ Beschreibung ist von einem weit verbreiteten Zitat inspiriert, das fälschlicherweise oft Viktor E. Frankl zugeschriebenen wird … und das, von der gleichen Idee ausgehend, seit gut 100 Jahren bereits mehrfach ähnlich formuliert wurde.

Den Aspekt der ‚Gemeinschaft‘ habe ich ergänzt, … denn so wichtig, wie meine Wahl für mich ist … so sehr wirkt sich mein Tun immer auch für andere Menschen aus, … mit denen ich unauflöslich wechselwirkend ‚im Fluss des Lebens‘ verbunden bin. Und die möglichen Folgen meines Sprechens und Handelns für andere mitzubedenken, ist wesentlicher Bestandteil einer ’natürlichen Verantwortlichkeit‘, wie Humberto Maturana es in seinem Konzept der Biologie des bejahens beschreibt.

Mensch erlebt dieses ‚wechselwirkende Eingebundensein‘ auch als „Freiheit in Verbundenheit“ … und aus der ‚aktuellen Entwicklung‘ dieses Aspekts des Menschseins, leitet Thich Nhat Hanh seine Idee ab:
„Der nächste Buddha wird eine Sangha sein!“

Und wenngleich ich-ver-Antwort-lich leben keine ’neue Erfindung‘ ist, so kommen derzeit immer mehr Menschen in die Lage, sich damit auseinanderzusetzen und sich darin zu ‚üben‘, … nicht zuletzt vermutlich auch, weil ihre Grundbedürfnisse hinreichend sicher erfüllt sind.

Dabei erleben sie, wie das Nutzen der eigenen Wahl-Freiheit und die konkrete Umsetzung (ausprobieren, experimentieren, scheitern, verändern neu ausprobieren, …) zu mehr Lebendigkeit führt, … wie wachsen und sich entwickeln ‚passieren‘ … und wie sich ’schlummernde Potenziale‘ entfalten.

Diese PDF-Tabelle zeigt eine Gegenüberstellung der „im westlichen Kulturkreis gewohnten, stark hierarchischen Lebensweise, in der sich viele als ‚getrennt‘ erleben“ vs. der neuen „noch wenig geübten, gleichwürdigen und lebendigen Lebensweise, in der ich mich ‚ganz einzigartig‘ und gleichzeitig ‚unbedingt eingebunden‘ erleben kann“.

 

aktualisiert am: 19.03.2021