ACTiv lernen

ACT lernen, heißt für uns ACTiv lernen. Oder anders: Wir wollen Menschen ermöglichen, dass sie sich neben Know-how und Know-what vor allem Know-why aneignen und das funktioniert aus unserer Sicht am besten, wenn wir die Ideen, Konzepte und Prinzipien von ACT, Hypnosystemik & Co. auch auf Lern-Situationen selbst anwenden. Deshalb arbeiten wir von Anfang an konsequent erfahrungs- und wirkungsorientiert.

Klassische, lineare Weiterbildung

Klassische Aus-, Fort- und Weiterbildungen folgen in der Regel der linearen Idee. Plakativ und vereinfacht gesagt, gehen sie davon aus, dass jemand unwissend beginnt und dass Wissende (Dozenten, Lehrkräfte, Referenten, Trainer, …) dann den Unwissenden sukzessive von ihrem Wissen abgeben, es teilen oder es vermitteln. Schritt für Schritt füllen sich so die zunächst leeren Köpfe der Unwissenden. Und wenn alle alles richtig gemacht haben, sind am Ende der Weiterbildung aus Unwissenden Wissende geworden, die jetzt bereit sind, ihr neues Wissen in der Praxis anzuwenden.

ACTiv hypnosystemisch lernen

Solche Vorstellungen sind aus systemischer Sicht überholt. Wissen besteht nicht aus Daten, die im Kopf abrufbar bereitliegen wie auf einer Computerfestplatte. Man kann Gehirne nicht mit Informationen füttern. Lernen ist reine, selbstschöpferische Eigenleistung und „Lehren“ ist genau genommen nicht möglich. „Informationen“ entstehen durch kreatives, ACTives Lernen als neu angelegte und neu verknüpfte neuronale Erlebnis-Netzwerke.

Lern-Begleiter können dabei die Wahrscheinlichkeit für erfolgreiches Lernen steigern, z.B.:

  • dadurch, dass sie zu Neugier einladen, Lernbereitschaft fördern und ihr ‚Wissen‘ so interessant wie möglich darlegen.
  • wenn es ihnen gelingt, ihre Workshops und Seminare mit Beispielen aus der Praxis und mit Humor und Heiterkeit anzureichern.
  • und wenn sie es schaffen, die Lernenden für das Entwickeln eigener Ideen zu begeistern.

Wenn die Aussage: „Man kann einen Menschen nichts lehren, man kann ihm nur helfen, es in sich selbst zu entdecken.“ tatsächlich auf Galileo Galilei zurück geht, dann hat er das vermutlich ähnlich gesehen.

Teilnehmenden unserer Veranstaltungen sind auf jeden Fall eingeladen, nach diesen Ideen zu lernen. In der Umsetzung bedeutet das:

  • Angebote von ACT PRAXIS sind Workshops im ursprünglichen Sinne des Wortes. Die Teilnehmenden werden nicht „mit Fertiggerichten gefüttert“, sondern sie entwickeln selbst aus bereitgestellten und mitgebrachten „Zutaten“ systemisch ACTives Know-what, Know-how und Know-why. Sie lernen, ACT-orientierte, hypnosystemische Angebote und Anwendungen selber zu entwerfen.
  • Teilnehmende und Lern-Begleiter*innen unserer Veranstaltungen werden gemeinsam zu Forscher*innen und Erfindern neuer Theorien, Anwendungen und Vorgehensweisen.
  • Gemeinsam „spielen“ sie mit verschiedenen und unterschiedlichen Ideen und Philosophien und „erarbeiten“ daraus ihre eigenen Kompetenzen für die Praxis.

In den Seminaren und Workshops werden zwar thematische Schwerpunkte „behandelt“ (z.B. Techniken der Aufmerksamkeitsfokussierung, hypnosystemische Verkörperungsarbeit, Werte erarbeiten, psychische Flexibilität ACTiv trainieren, etc.) und dies macht jedoch nicht den eigentlichen Sinn des Lernens aus. Wir lernen nicht, wie man „richtig“ ACT „macht“ oder wie man „hypnosystemisch“ berät, therapiert oder coacht, sondern wie wir eine Beziehung zu uns selbst wie auch zu unseren Klient*innen herstellen können, die hilft, Zugang zu den eigenen (Lösungs-)Ressourcen zu finden und diese für die ureigenen Werte und Ziele optimal zu nutzen.

In dem PDF „Lehren und lernen – klassisch linear vs. ACTiv systemisch“ sind verschiedene Aspekte dazu zusammengefasst und gegenübergestellt.